Mit Hilfe der Grauveränderungsskala lässt sich das Ausmaß des Ausbleichens verschiedener Textilien nach dem Waschen feststellen. Bildquelle: Max Pixel
Ein Hausbesitzer beschloss, seine roten Wohnzimmervorhänge zum ersten Mal zu waschen und befolgte dabei sorgfältig die auf dem Etikett angegebenen Reinigungshinweise. Er vermied Bleichmittel und wusch die Gardinen im Schonwaschgang. Doch trotz seiner Sorgfalt verblasste die Farbe nach dem Waschen erheblich; seine einst roten Vorhänge waren nun ein verblasstes Rosa, und sie passten nicht mehr zum Farbschema des Wohnzimmers.
Dies ist eine häufige Herausforderung für Textilhersteller, ganz gleich, ob sie Textilien für Vorhänge, Decken, Kleidung oder andere bunte Stoffe färben. Wenn ein großer Textilhersteller es versäumt, Probleme mit dem Ausbleichen oder Ausbluten seiner Produkte frühzeitig zu erkennen, kann dies später zur Unzufriedenheit der Kunden führen. Doch es gibt eine Lösung für dieses Problem. Mit Hilfe der Grey Change und Grey Stain Farbskalen, die in der Software einiger moderner Spektralphotometer enthalten sind, können Textilhersteller sowohl das Verblassen als auch das Ausbluten frühzeitig im Färbeprozess erkennen. Diese beiden Farbskalen wurden speziell für die Analyse der Farbechtheit und der Haltbarkeit von Farbstoffen entwickelt und ermöglichen es den Herstellern, ihre Färbeverfahren zu verfeinern und in die bestmöglichen Farbstoffe für ihre Produkte zu investieren.
Das Problem mit einigen bunten Textilfarbstoffen
Bestimmte Textilfarbstoffe sind anfälliger für Verblassen und Ausbluten als andere, und Umweltfaktoren wie UV-Strahlung oder häufiges Waschen können die Produktfarbe je nach chemischer Zusammensetzung des Farbstoffs erheblich verändern.1 Deshalb müssen Textilhersteller die Farbechtheit des für jedes Produkt verwendeten Farbstoffs berücksichtigen, da verschiedene Arten von Farbstoffen unterschiedliche Vor- und Nachteile haben.
Der Begriff "Farbechtheit" bezieht sich auf die Beständigkeit eines Farbstoffs gegen Verblassen und Ausbluten. Ein Farbstoff mit ausgezeichneter Farbechtheit ist haltbar und langlebig, selbst wenn er Umweltfaktoren ausgesetzt ist, die ein Verblassen oder Ausbluten der Farbe verursachen. Ein Farbstoff mit schlechter Farbechtheit ist nicht so haltbar. Ein Farbstoff, der für seine hervorragende Farbechtheit bekannt ist, ist beispielsweise ein Azo- oder Naphtholfarbstoff.2 Diese Farbstoffe erzeugen leuchtende, kräftige Farben, vor allem im Rot- und Orangespektrum, und sind sehr widerstandsfähig gegen Ausbleichen in der Wäsche oder sogar beim Bleichen. Umgekehrt sind saure Farbstoffe in der Regel resistent gegen das Verblassen der Farben, wenn sie dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, aber sie sind viel anfälliger für das Verblassen und Ausbluten nach dem Waschen. Im Folgenden finden Sie einige weitere Beispiele für gängige Textilfarbstoffe und ihre typische Farbechtheit:
- Basic: Ausgezeichnete Licht- und Waschechtheit.
- Dispers: Gute Licht- und Waschechtheit, aber empfindlich gegenüber Stickstoffgas.
- Direkt: Gute Lichtechtheit, aber sehr schlechte Waschechtheit.
- Reaktiv: Hervorragende Licht- und Waschechtheit, neigt aber dazu, überschüssigen Farbstoff auszubluten, wenn er nicht während der Herstellung gut gewaschen wird.
- Beize: Gute Licht- und Waschechtheit, aber nur in einer kleinen Farbpalette erhältlich.
- Premetallisiert: Gute Licht- und Waschechtheit, aber nur in einer kleinen Farbpalette erhältlich.
- Schwefel: Gute Licht- und Waschechtheit.
- Vat: Ausgezeichnete Farb- und Waschechtheit. Es ist vielleicht der haltbarste Textilfarbstoff, den die Hersteller verwenden.
- Fluoreszierende Aufheller: Gute Waschechtheit, aber sehr schlechte Lichtechtheit.
Diese grundlegende Liste der Farbechtheit kann Ihnen zwar eine allgemeine Vorstellung davon vermitteln, welche Textilfarbstoffe für Ihre Textilerzeugnisse am besten geeignet sind, doch ist die Liste nicht absolut sicher. Obwohl Schwefelfarbstoffe im Allgemeinen ziemlich resistent gegen das Verblassen der Farben nach dem Waschen oder der Sonneneinstrahlung sind, haben einige Hersteller festgestellt, dass bestimmte schwefelfarbige Garne nach etwa sechs Monaten gelegentlich verblassen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Farbstoffe anhand der Skalen für Grauwechsel und Grauflecken auf ihre tatsächliche Farbechtheit testen. Jeder Farbstoff reagiert mit jedem verwendeten Stoff anders, und wenn Sie jedes neue Produkt im Voraus testen, können Sie haltbarere, farbenfrohere Textilien herstellen.
Die Farbechtheit von Textilfarbstoffen variiert je nach der chemischen Zusammensetzung des Farbstoffs oder der Art des vom Hersteller verwendeten Gewebes. Bildquelle: Shutterstock-Benutzer Pichit Tongma