Das ICUMSA-Farbsystem für Zucker bietet eine einfache Möglichkeit, Zucker zu kategorisieren und Hersteller auf unsichere Produkte aufmerksam zu machen. Bildquelle: Flickr-Benutzer Ervins Strauhmanis
Der Coffeeshop, den ich morgens besuche, bietet eine beeindruckende Auswahl an Süßungsmitteln an, perfekt für jemanden wie mich, der eine Tasse mit Zucker und Sahne mit einem Hauch von Kaffeegeschmack bevorzugt. Jahrelang hatte ich Rohzucker verwendet und die weißen Päckchen mit echtem und künstlichem Süßstoff umgangen. Ich beglückwünschte mich zu meinem Engagement für eine gesunde Lebensweise, als ich zwei Teelöffel goldene Kristalle in meine Papptasse rührte. Braune Lebensmittel sind doch besser als weiße, oder? Ich würde definitiv ewig leben.
Dann habe ich den Fehler gemacht, zu googeln. Es stellte sich heraus, dass die Farbe des Zuckers keinen Hinweis auf seine Tugendhaftigkeit gibt - weißer, brauner und roher Zucker sind ernährungsphysiologisch praktisch identisch.1 Die Farbe spiegelt jedoch die Verfeinerung des Zuckers wider und ist ein wichtiger Indikator für Reinheit, Qualität und Güte.
Die Farbe des Zuckers als Indikator für die Reinheit
Die Internationale Kommission für einheitliche Methoden der Zuckeranalyse (ICUMSA) wurde 1897 gegründet, um internationale Standards für die Klassifizierung der Zuckerqualität zu schaffen. Um eine gemeinsame, internationale Sprache für die Reinheit von Zucker zu schaffen, hat die ICUMSA eine kolorimetrische Messmethode entwickelt, die es den Herstellern ermöglicht, ihre Produkte schnell und einfach nach globalen Richtlinien zu kategorisieren.
Die Farbe des Zuckers ist anerkanntermaßen ein so zuverlässiger Indikator für Raffinesse und Qualität, dass sie als einziges Kriterium zur Bestimmung der Güteklasse herangezogen werden kann. Das liegt daran, dass die Farbe aus den spezifischen Herstellungsverfahren resultiert, denen der Zucker unterworfen ist; je mehr das Zuckerrohr verarbeitet wird, desto mehr Farbe wird entfernt, und die endgültige Pigmentierung des Produkts spiegelt den Grad der Verarbeitung wider, der es unterworfen wurde. Diese Prozesse sind es auch, die jeder Zuckerart ihren subtilen, aber unverwechselbaren Geschmack verleihen. Der Nährwert wird durch die Raffination zwar nicht beeinflusst, wohl aber die Schmackhaftigkeit, die Sicherheit und die Verwendbarkeit, und es sind präzise Herstellungsverfahren erforderlich, um sicherzustellen, dass der Zucker sowohl den Verbraucher- als auch den Industriestandards entspricht.