Die Farbskala des Europäischen Arzneibuches wurde entwickelt, um die Kommunikation über die Farbe von flüssigen Arzneimitteln zu erleichtern. Bildquelle: Pexels Benutzer bogitw
Stellen Sie sich vor, Sie versuchen, jemandem auf der anderen Seite der Welt die Farbe einer hellgelben Flüssigkeit zu beschreiben. Welche Worte würden Sie verwenden? Wie vermitteln Sie die genauen Eigenschaften dieses Farbtons? Wie beschreiben Sie, inwieweit er sich von einer anderen, ähnlichen, aber deutlich anderen Farbe unterscheidet? Diese Fragen stellen sich zahlreiche Branchen auf der ganzen Welt, und es wurden spezielle Farbindizes wie die APHA- und Gardner-Skala entwickelt, die es uns ermöglichen, Farbtöne leichter zu kategorisieren und Farbinformationen auszutauschen. In der pharmazeutischen Industrie ist einer der am häufigsten verwendeten Farbindizes die Farbskala des Europäischen Arzneibuchs (EP), die zur Harmonisierung der Klassifizierung von Flüssigarzneimitteln und zur Erleichterung der Kommunikation innerhalb der Branche entwickelt wurde.1 Die EP-Farbskala verwendet eine Reihe von 37 diskreten Farben, die durch spezifische Kombinationen und Verdünnungen von drei Primärfarblösungen erzeugt werden, und ermöglicht es den Fachleuten der Branche, von vagen und ungenauen Beschreibungen zu einer konsistenteren, einheitlichen Methode zur Identifizierung der Farbqualität von Wirkstoffen, Hilfsstoffen und anderen flüssigen pharmazeutischen Produkten oder Komponenten überzugehen.
Die Bestimmung der Platzierung der EP-Skala beruht jedoch traditionell auf dem visuellen Abgleich einer Probe mit einem Standard innerhalb der Serie. Dieses Verfahren weist mehrere große Schwachstellen auf:
- Die Farben können zwischen den EP-Standardchargen aufgrund einer ungenauen Formulierung oder eines Materialabbaus variieren.
- Nahezu klare Proben sind oft extrem schwer zuzuordnen.
- Für den Abgleich ist ein relativ großes Probenvolumen erforderlich.
- Der Abgleich beruht auf einer subjektiven visuellen Beurteilung, die durch eine Vielzahl von Faktoren, wie z. B. die Betrachtungsumgebung und die Farbsehschwäche des Betrachters, negativ beeinflusst werden kann.
Der visuelle Farbabgleich mit den Standards der EP-Skala birgt daher große Risiken für die genaue und konsistente Farbbeurteilung und beeinträchtigt die Fähigkeit, die Skala sinnvoll zu nutzen. Die quantitative Farbbeurteilung mit spektralphotometrischer Technologie ermöglicht es Ihnen, diese Grenzen zu überwinden, eine genaue, wiederholbare Farbklassifizierung vorzunehmen und das volle Potenzial der EP-Farbskala auszuschöpfen.
Die spektrophotometrische EP-Farbklassifizierung ermöglicht die Beurteilung selbst kleiner Flüssigkeitsproben. Bildquelle: Unsplash-Benutzer Nithya Ramanujam