Das neue USDA-Klassifizierungssystem für Ahornsirup stützt sich auf eine spektralphotometrische Analyse zur objektiven Klassifizierung. Bildquelle: Flickr-Benutzer Jeremy Keith
Wenn Sie Ahornsirup einkaufen, wie entscheiden Sie sich dann? Möchten Sie einen goldgelben Sirup? Einen warmen bernsteinfarbenen? Oder suchen Sie nach einem dunkleren, satteren Braunton? Für die meisten von uns ist die Farbe das wichtigste Kriterium, nach dem wir Sirupe beurteilen, denn jeder Farbton steht für eine einzigartige Geschichte und einen einzigartigen Geschmack. Die Farbe von Ahornsirup ist sogar so wichtig, dass sie in den Vereinigten Staaten das wichtigste und in Kanada das einzige Kriterium für die Güteklasse ist. Viele Jahre lang entsprachen die USDA-Klassifizierungsstandards für Ahornsirup jedoch nicht den moderneren Systemen, was bei den Verbrauchern zu Verwirrung und bei den Erzeugern zu Frustration führte. Um diese Bedenken auszuräumen und die nordamerikanischen Märkte zu harmonisieren, hat das USDA vor kurzem neue Standards herausgegeben, die die Klassifizierung der Sirupfarbe neu definieren und sich auf die spektralfotometrische Farbmessung stützen, um jedes Produkt in die entsprechende Klasse einzustufen.
Determinanten der Farbe
Die Ahornsirupsaison beginnt in der Kälte des Spätwinters, wenn der Saft zu fließen beginnt. Zunächst ist der Saft durchsichtig, fast farblos und besteht aus Wasser und Saccharose.1 Mit dem Auftauen des Schnees und dem Anstieg der Temperaturen steigt jedoch auch die Zahl der Mikroorganismen im Saft, wodurch eine enzymatische Reaktion ausgelöst wird, die Saccharose in Invertzucker (Glucose und Fructose) umwandelt. Im Laufe der Saison nehmen die Mikroorganismenpopulationen weiter zu, was zu einem immer höheren Anteil an Invertzuckern führt. Gleichzeitig nimmt die Aminosäureaktivität parallel zu diesen Zuckern zu, da sich die Bäume auf die Wachstumssaison vorbereiten.
Die Farbe des Ahornsirups hängt weitgehend von der Jahreszeit ab, in der der Saft vom Baum entnommen wird. Bildquelle: Flickr-Benutzer Jason Dean
Nach der Ernte wird der Saft durch hitzebedingte Verdampfung zu einem Sirupkonzentrat verarbeitet.2 Der gesamte Saft wird unabhängig vom Erntezeitpunkt auf dieselbe Weise behandelt. Aber die nicht-enzymatische Bräunungsreaktion - die chemischen Veränderungen, die dem Sirup seine einzigartige Farbe und seinen Geschmack verleihen -, die durch die Verarbeitung verursacht wird, hängt von der Qualität des Rohsaftes ab. Je höher der Anteil an Invertzucker ist, desto intensiver ist die Bräunungsreaktion. Die Magie dieses Phänomens ist die Maillard-Reaktion, ein chemischer Prozess, bei dem Aminosäuren und Invertzucker unter Hitzeeinwirkung reagieren, um intensivere Farben und Aromen zu erzeugen. Die spezifische Reaktion des Rohsaftes auf die Herstellungsverfahren bestimmt die endgültige Farbe des Sirups.