Das Rösten von Kaffee ist eine komplizierte Kunst, bei der Hitze eingesetzt wird, um den rohen Kaffeebohnen bestimmte Aromen und Geschmacksrichtungen zu entlocken und sie in das geliebte Getränk zu verwandeln, auf das sich viele von uns verlassen, um den Tag zu beginnen. Liebhaber der Heimröstung, handwerklich arbeitende Kleinröstereien und Massenröstereien sind gleichermaßen bestrebt, ihre Röstverfahren zu perfektionieren, indem sie mit Prozessvariablen experimentieren, um die Gaumen der anspruchsvollen und geschmacklich gebildeten Kaffeetrinker von heute zufriedenzustellen. Nach dem Röstprozess wird darüber diskutiert, wie man das Beste aus den fertigen Bohnen herausholen kann: Brauche ich eine Kaffeemühle? Ist Tropfkaffee überhaupt in Ordnung? Ist Übergießen besser als eine Chemex? Da sich die Nachfrage nach und das Wissen über "guten" Kaffee verbreitet hat, ist der Diskurs darüber, was guten Kaffee ausmacht, lauter, vielschichtiger und komplexer geworden als je zuvor.
Doch bevor Rösttemperatur, Mahlwerkstyp und Brühverfahren ins Spiel kommen, sind sich alle einig, dass guter Kaffee mit guten Kaffeebohnen beginnt. Ohne qualitativ hochwertige Rohkaffeebohnen führen auch die besten Röst-, Mahl- und Brühverfahren der Welt nicht zu einem optimalen Ergebnis. Daher müssen Kaffeeröster sehr sorgfältig Bohnen auswählen, die ihren Kriterien anhand bestimmter Qualitätsparameter entsprechen. Derzeit gibt es jedoch keinen allgemeingültigen Standard für die Einstufung und Klassifizierung von Rohkaffee. Stattdessen hat "jedes Erzeugerland seine eigenen Klassifizierungs- und Einstufungstabellen entwickelt, die oft auch zur Festlegung von Mindeststandards für den Export verwendet werden".1 Diese Klassifizierungs- und Einstufungssysteme dienen in erster Linie dazu, "homogene Handelspartien zu produzieren", und nicht dazu, ein wirklich ausgezeichnetes Produkt zu kennzeichnen. Als Reaktion darauf hat die Specialty Coffee Association of America (SCAA) ihre eigenen Rohkaffee-Bewertungsprotokolle erstellt, um die Identifizierung und Einstufung von Spezialitätenkaffeeprodukten zu erleichtern.2
Trotz der uneinheitlichen Einstufung gilt die Farbe in allen Klassifizierungssystemen als Hauptindikator für die Kaffeequalität und ist besonders wichtig für diejenigen, die über die Mindestausfuhrstandards hinausgehen und ein höheres Produktniveau anstreben wollen. Die spektralphotometrische Farbbewertung von Rohkaffeebohnen ermöglicht es den Kaffeeröstern, nur die besten Bohnen auszuwählen und damit sowohl die Qualität als auch die Konsistenz zu verbessern.