Es kommt nicht oft vor, dass Intrigen und das Gespenst krimineller Aktivitäten in die Welt des Honigs eindringen. Beim Manuka-Honig ist das jedoch anders. Manuka-Honig, der aus dem Manuka-Baum gewonnen wird, ist eine der seltensten und wertvollsten Honigsorten der Welt. Manuka-Honig ist für seine angeblichen medizinischen Eigenschaften und sein reichhaltiges, komplexes Aroma bekannt und erzielt deutlich höhere Preise als normaler Honig, was das Entstehen einer globalen Fälschungsindustrie begünstigt hat.
Etwa 1.700 Tonnen Manuka-Honig werden jährlich in Neuseeland produziert, "was fast der gesamten Weltproduktion entspricht." Dennoch werden jedes Jahr weltweit 10.000 Tonnen Honigprodukte verkauft, die als Manuka-Honig gekennzeichnet sind, davon allein 1.800 Tonnen im Vereinigten Königreich.1 Das Problem ist inzwischen so weit verbreitet, dass spezielle Testmethoden entwickelt wurden, um echten Manuka-Honig von gefälschten oder verfälschten Versionen zu unterscheiden.2 Diese Authentifizierungsmethoden haben das Potenzial, der Honigindustrie (und den Verbrauchern) jedes Jahr Millionen von Dollar zu sparen. Solange solche Tests jedoch nicht weltweit durchgeführt werden, wird es wahrscheinlich weiterhin Fälschungen im großen Stil geben.
Manuka-Honig wird von den Verbrauchern in erster Linie an der Farbe erkannt. Das Produkt ist für seine cremefarbenen bis dunkelbraunen Töne bekannt, die auf seinen starken, unverwechselbaren Geschmack hindeuten. Daher ist die Nachahmung dieser Farbe unerlässlich, um Fälschungen als echten Honig auszugeben. Dies kann mit verschiedenen Methoden geschehen, z. B. durch die Zugabe von Sirup oder anderen Farbstoffen zu helleren Honigsorten, um das charakteristische Aussehen von Manuka zu erreichen. Dies ist vielleicht das beste Beispiel dafür, wie wertvoll die Farbe von Honig sein kann und warum Farbstandards wichtig sind.
Eine Frage der Farbe
Manuka-Honig ist nicht der einzige Honig, den die Kunden in erster Linie nach der Farbe beurteilen. Tatsächlich ist die Farbe des Honigs vielleicht die wichtigste Variable bei der Entscheidung der Verbraucher, da sie angeblich einen Hinweis auf den zu erwartenden Geschmack des Produkts gibt. Aubert und Gonnet schrieben bereits 1986: "Ein sehr dunkler Honig wird suggestiv mit einem sehr aromatischen Produkt assoziiert, während ein heller Honig subtilere und raffiniertere Düfte suggeriert."3 Diese Annahmen sind jedoch nicht immer stimmig. Die Verbindung zwischen der Farbe und dem Geschmack von Honig ist oft zufällig".
Trotz dieser zufälligen Verbindung haben die Verbraucher starke Präferenzen, was die Farbe des Honigs angeht. Diese sind das Ergebnis sowohl individueller als auch kultureller Vorlieben. So bevorzugen amerikanische Verbraucher eher hellere Honigsorten, während Deutsche, Schweizer und Österreicher oft dunklere Sorten bevorzugen.4 Dies könnte sich jedoch mit dem Aufkommen handwerklich hergestellter Honige und dem zunehmenden Interesse an seltenen und neuartigen Lebensmitteln ändern.5 Darüber hinaus ist die Farbe zwar kein perfekter Prädiktor für den Geschmack, sie kann jedoch ein wichtiger Indikator für die Qualität sein. Eine von den Erwartungen abweichende Farbe kann auf die absichtliche oder unabsichtliche Zugabe von Zusatzstoffen, Verarbeitungsfehler oder Verunreinigungen hinweisen.
Honig kann vom blassesten Weiß bis zu sattem Bernstein reichen.