Texturschwankungen können eine besondere Herausforderung für die genaue Farbmessung darstellen. Bildquelle: Flickr-Benutzer Les Chatfield
In den letzten Monaten habe ich mein Haus renoviert, und während mir die strukturellen Designelemente leicht fielen, hatte ich Probleme mit der Wahl der Farbpalette. Nachdem ich mir Hunderte von Fotos von Küchenschränken angesehen hatte, fand ich schließlich etwas, mit dem ich mir vorstellen konnte, die nächsten 10 Jahre zu leben, und lud eine App zur Farbbestimmung herunter, um den Namen der Farbe herauszufinden. Mit der App kann man einen Bereich eines Bildes markieren und das Pigment analysieren, um eine genaue Farbübereinstimmung mit einer bestimmten Farbmarke zu finden. Das hörte sich einfach an. Je weiter die Schränke von der Lichtquelle entfernt waren, desto dunkler erschien die Farbe, was zu einer scheinbar unbegrenzten Auswahl an möglichen Optionen führte. Wie konnte ich sicher sein, dass der von mir gewählte Bereich auch wirklich die Farbe enthielt, die ich suchte?
Hersteller von Konsum- und Industriegütern stehen bei der Farbmessung vor einem ähnlichen Dilemma: Wie erhält man genaue Messwerte, wenn die Textur beeinflusst, wie das Licht auf verschiedene Bereiche einer Probe wirkt?
Das Problem der Texturvariation
Texturschwankungen bei Konsum- und Industriegütern stellen besondere Herausforderungen für die Farbmessung dar; die Spitzen der Probe erscheinen heller als die Täler, da die Tiefenschärfe unsere Farbwahrnehmung verändert. Dies führt zu Problemen bei der einheitlichen Farbmessung nicht nur innerhalb einer Probe, sondern auch zwischen verschiedenen Proben. Herkömmliche, auf Zeitintervallen basierende Labortests können aufgrund von Unterschieden in der Textur fälschlicherweise Farbunterschiede zwischen zwei identisch pigmentierten Proben anzeigen. So können beispielsweise zwei Stücke geprägter Vinylverkleidungen in der Tat beide innerhalb der Spezifikation liegen, aber ein stark strukturierter Teil der Verkleidung kann dunkler erscheinen als ein Teil mit weniger Prägung. Wenn ein Bediener es versäumt, die Proben vor der Prüfung flach zu pressen und die Texturabweichung nicht berücksichtigt, kann es passieren, dass er gute Produkte verschrottet und unnötige Änderungen am Produktionsprozess vornimmt, um ein Phantom-Problem zu kompensieren, wodurch künftige Produkte von der Spezifikation abweichen und kostspieliger Abfall entsteht.
Die herkömmliche Farbmessung von Pulvern kann eine arbeitsintensive Probenvorbereitung erfordern, um die Einheitlichkeit der Probe zu optimieren. Bildquelle: Flickr-Benutzer Dave Fischer