Richtungsabhängige 45°/0°-Spektralphotometer
Bei einer gerichteten 45°/0°-Geometrie wird die Probe in einem Winkel von 45° beleuchtet, während das reflektierte Licht in einem Winkel von 0° zur Oberfläche der Probe gemessen wird. Spektralphotometer, die diese Messmethode verwenden, können auf eine der beiden folgenden Arten konstruiert werden:
- Bidirektionale Instrumente: Zwei Lichtquellen werden auf gegenüberliegenden Seiten der Probe angebracht und beleuchten die Probe gleichzeitig. Aufgrund der Auswirkungen der Richtungsabhängigkeit der Probe ist es am besten, eine erste Messung vorzunehmen, dann die Probe um 90° zu drehen, um sie erneut zu messen und den Durchschnitt der beiden Messwerte zu ermitteln.
- Umlaufende Instrumente: Mehrere Lichtquellen bilden einen Ring um die Probe und beleuchten deren Oberfläche gleichmäßig, um die Auswirkungen der Richtungsabhängigkeit der Probe zu verringern, so dass keine Mehrfachmessungen erforderlich sind.
45°/0°-Spektralphotometer sind so konstruiert, dass sie das menschliche Sehvermögen nachahmen und Farben auf die gleiche Weise wahrnehmen wie das Auge.2 Da sie nur die diffuse Reflexion messen und die spiegelnde Information ausschließen - auch Reflexions-Spiegel-Ausschluss-Modus (RSEX) genannt -, beziehen sie automatisch die Auswirkungen geometrischer Merkmale wie Textur und Glanz mit ein, um das Erscheinungsbild der Probe zu quantifizieren und nicht nur die Farbe. So erscheint eine glänzende Probe dunkler als eine matte Probe, selbst wenn beide gleich pigmentiert sind. Dies macht sie zur besten Wahl für die Farbabstimmung von Proben mit unterschiedlichen geometrischen Eigenschaften, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten. Die Beschränkung auf den RSEX-Modus kann jedoch einschränkend wirken und verhindern, dass Sie in bestimmten Situationen die benötigten Daten erhalten können. Wenn beispielsweise ein einzelnes Stück Kunststoff sowohl glänzende als auch matte Oberflächen aufweist, liefern 45°/0°-Instrumente unterschiedliche Messwerte für jeden Oberflächentyp, so dass Sie nicht beurteilen können, ob der Kunststoff gleichmäßig pigmentiert ist.
45°/0°-Spektralphotometer gelten ebenfalls nicht als geeignet für die Farbmessung in transparenten Proben, da es sich um Reflexionsgeräte handelt, die nicht für den Betrieb im Transmissionsmodus ausgelegt sind. Obwohl es möglich ist, durchsichtige Proben mit einer sorgfältigen Probenvorbereitung zu messen, gilt dies nicht als optimale Praxis und ist keine nachhaltige Methode für die regelmäßige Analyse von durchsichtigen Proben. Diese Geräte sind auch nicht in der Lage, die für Dunstmessungen erforderlichen Daten zu liefern.